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Praktikums Blog

Teil 2 (06.03.2009) 

March 8th, 2009

Christina – eine Schweißnaht wie jede andere?
Irgendwie schon, aber nicht wirklich.

Also, mein Name Christina, meine zentrale Hefternummer:JFC43BR100F04CW. Insofern sehe ich im Nachhinein aus wie jede dieser anderen Schweißnähte, aber ich kann eines von mir behaupten: Ich war die Erste UND: Ich bin extra für Christina Kirchner damals im Stress fertig gemacht worden. Diese Frau war zu der Zeit noch normal First Lady und ist es jetzt richtig. Und da Christina am Anfang zur Besichtigung auf die Baustelle kam, musste etwas vorzeigbar hübsches, quasi gigantisches gezeigt werden und wer war dafür ausgewählt worden? Unter ca. 7000 Schweißnähten? ICH – JFC43BR100F04CW. Begonnen wurde ich am 08. August 2007. Gestern (04. März 2009), also ca. eineinhalb Jahre später ist meine Akte fertig enddokumentiert und in den eisernen Schrank verräumt worden. Eineinhalb Jahre haben also irgendwelche Leute irgendwelche Zettel über mich zusammengetragen, ausgefüllt und
kontrolliert. Nur eineinhalb Jahre? Nein, noch etwas mehr, bevor eine Naht geschweißt werden kann, müssen ja diverse Vorprüfungen der Materialien vorgenommen werden, die etwa einen Monat brauchen. In Atucha ist die Besonderheit allerdings, dass es hier einen 12-jährigen Baustopp gab. Meine Akte ist somit schon am 23.09.1995 erstellt worden. Was wurde mit mir also von September 1995 bis März 2009 alles gemacht? Hier ein kleiner Erlebnisbericht: 1995 wurde also meine Akte erstellt. Da haben sich ganz viele schlaue Ingenieure schon ganz viele Gedanken über mich gemacht. Haben eine Zeichung angefertigt, eine Materialliste und Nahtliste aufgestellt und zusammengetragen, welche Prüfungen vor und nach meiner Schweißung mit mir oder meinen Materialien durchgeführt werden müssen. Dafür gibt es ganz viele verschiedene schlaue Richtlinien, die die schlauen Ingenieure von der KWU (Kraftwerksunion) in Deutschland sich mal ausgedacht haben. Es müssen die Rohmaterialien überprüft werden, sind sie ordnungsgemäß verpackt und gestempelt? Die Materialien für uns Schweißnähte liegen hier teilweise seit Ende der 80er Jahre in diversen Lagerhallen. Dann muss natürlich geprüft werden, ob die Firma, die die Schweißung ausführt, dem gewachsen ist, der Schweißer muss seine Zeugnisse nachweisen und die Schweißwerkzeuge werden überprüft. Im Anschluss werden die Probeschweißungen inspiziert. Das sind alles irgendwelche Dokumente und Protokolle in ganz dicken, alten, verstaubten Ordnern. Nun kommt noch die letzte Prüfung, bevor es endlich losgehen kann: Die Schweißkanten müssen auf ihre Schweißtaugklichkeit geprüft werden. Die meisten haben das längst hinter sich und es muss nur noch das entsprechende Protokoll gesucht werden. Die können manchmal ganz schön alt sein. Die verstaubtesten sind im Original von 1984. Dann komme ich endlich auf die Welt. Es wird auch ein schönes Geburtsprotokoll angefertigt. Die meisten noch handschriftlich, ist ja auch praktisch auf dem Bau. Aber meines ist sogar extra nochmal abgetippt worden. Wie es sich gehört, die schönste Naht – das schönste Protokoll. Ich bin eine ganz dicke Naht mit 70 sogenannten Raupen. Das sind diese Wülste, die beim Schweißen entstehen. Das geht natürlich nicht an einem Tag. Die erste Raupe wurde am 08.08.07 geschweißt und die letzte
am 22.08.07. Ich habe die Leute also 14 Tage lang beschäftigt. Aber nicht nur die Schweißer. Da gibt es noch andere wichtige Leute. Die nennen sich Glüher. Nein, denen leuchetet nicht der Hintern, die
passen auf, dass wir Schweißnähte nicht zu schnell abkühlen, sonst
könnten ja Spannungsrisse entstehen. Also werden wir dann in
gemütliche Heizdecken gewickelt und kontrolliert länger warm gehalten. Wenn dann alles hübsch ist, auch ein bisschen geschliffen, dann können wir geprüft werden. Bei so dicken Nähten wie mir (ich bin 4cm dick), wird schon zwischendrin mal eine Röntgenprüfung gemacht. Die brauchen ja nicht alle 14 Tage weiter schweißen und glühen, wenn schon meine Wurzel nicht ordnungsgemäß geworden ist. Am Ende kommt natürlich noch eine Röntgenprüfung, irgendwann, meine war dann im Juni 2008, also 10 Monate, nachdem ich fertig war. Und im November 2008 kam dann abschließend die Oberflächenrissprüfung. Da ich natürlich auch diese ohne weiteres bestanden habe, wurde meine Akte nun in die Enddokumentation gegeben. Die Leute haben nochmal genau überprüft, ob alle Protokolle vollständig und richtig sind und alles abgestempelt. Dann ist es noch einmal von einem Überprüfer der Überprüfer angesehen und für gut befunden worden. Nun bin ich noch in die Liste als fertig eingetragen worden und werde hier für den Rest meines Lebens ein gemütliches Schweißnahtdasein fristen und das Hauptkühlmittel an mir vorbeilaufen lassen. Natürlich nur, falls es tatsächlich noch geschafft wird, dieses Kraftwerk zu vollenden und in den Betrieb zu schicken. Das steht in den Sternen.

Liebe Grüße
die Pia aus Zárate

Teil 1 (06.02.09) 

February 9th, 2009

Argentinien – zwischen Chaos und Bürokratie
Student sein ist schon manchmal nicht ganz einfach – hier zur Prüfung einschreiben, dort den Überweisungstermin nicht vergessen und unbedingt immer den aktuellen Studentenausweis parat haben, ganz zu schweigen von der E-Meal-Berechtigung. Aber was ist das gegen Leben und Arbeiten in Zárate?
Und überhaupt – wer oder was ist Zárate? Fuer Interessierte: Man nehme sich www.googlemaps.com und klickere sich erst einmal in die Nähe von Buenos Aires. Von dort fahre man mit der Maus die Autobahn Nummer 9 in nordwestliche Richtung bis kurz hinter Campana. Nun merkt man schon, Zárate hat hier nicht einmal Strassen. Aber weit gefehlt anzunehmen, die Stadt wäre klein. Immerhin beheimatet sie etwa 130. 000 Menschen, allerdings bei relativer wirtschaftlicher Unwichtigkeit. Insofern ist die allgemeine Armut recht groß, was sich auch im Müllgehalt der Strassen und Plätze wiederspiegelt. Man nennt Zárate hier im Allgemeinen auch liebevoll „das kleine Drecksnest“. Hier gibt es natürlich eine ganze Menge Sonderbarkeiten zu bestaunen. Rote Ampeln dienen der Deko, geparkt wird grundsätzlich im absoluten Halteverbot – aber man darf sich NIE auf Bordsteinkanten setzenden Ordnungshütern ist hier beizeiten schon sehr langweilig. Im Einwohnermeldeamt bekommt man erst einmal ein Kuesschen von der Beamtin, muss dann aber schon dreißig Formulare in genau der richtigen Ausführung, ein Bestechungsgeschenk und jemanden mit Vitamin B dabei haben, damit man seine Meldebestätigung bekommt. Und sollte die Apostille der Geburtsurkunde nicht auf Spanisch sein, bekommt man erst einmal ein Problem (und das ist exakt immer so).
Und nun die große Frage: Was verschlägt den angehenden Bauingenieur zum Praktikum ausgerechnet hier her? Hierzu begebe man sich wieder in die virtuelle Kartenwelt und fahre die Autobahn 9 noch ein Stück weiter. Dort gibt es ein Fleckchen Erde, welches sich Atucha nennt. Hier befinden sich zwei Atomkraftwerke. Atucha I läuft bereits und Atucha II wird gebaut.
Was sagt uns Wikipedia dazu?
Atucha 1 ging am 19. März 1974 in Betrieb. Am Bau beteiligt war großteils die deutsche Kraftwerk Union AG (KWU). Das Kraftwerk besitzt eine Nettoleistung von etwa 335 MWe. Atucha 1 ist ein sogenannter Schwerwasser-Druckreaktor (PHWR). Das Besondere an diesem Reaktortyp ist, dass er mit Natururan betrieben werden kann, welches nicht angereichert werden muss (etwa 0,7 % Uran-235 Anteil), was die Konstruktion des Reaktors allerdings verkompliziert. Heute benutzt das Kraftwerk leicht angereichertes Uran mit einem Anteil von 0,85 Prozent, wodurch die Kosten des Kraftwerksbetriebes um etwa 40 Prozent gesenkt werden konnten.
Block 2 ist seit der Planung 1979 und Baubeginn 1981 nicht fertig gestellt. Das ursprünglich als Joint Venture zwischen CNEA (die nationale Atomenergiebehörde) und der Kraftwerk Union begonnene Projekt wurde 1994 vorerst gestoppt. Es fehlten Geldmittel, um das zu 81 Prozent errichtete Kraftwerk fertig zu stellen. Noch im selben Jahr wurden die Kernkraftwerke der CNEA von der Nucleoelectrica Argentina SA (NASA) übernommen, einer Unterorganisation des Wirtschaftsministeriums. Im Jahr 2003 wurden schließlich Pläne vorgelegt, nach denen der Reaktor für 400 Mio. US-Dollar in Kooperation mit deutschen, spanischen und brasilianischen Unternehmen fertig gebaut werden soll.
Und genau an dieser Stelle wird es dann für den deutschen Studenten interessant.

Cafe Berlin Pias Straße) Haus (das grüne) Kirche Straße

Julias Erfahrungsbericht – Doppeldiplom 

January 8th, 2009

(Anmerkung des Admins: Freundlicherweise hat uns Julia Uhlig einen Erfahrungsbericht aus Paris zukommen lassen. An dieser Stelle sei Ihr nochmal ein großes Dankeschön ausgesprochen)

Hallo!
Seit September 2009 studiere ich nun an der ESTP Paris im Rahmen des Doppeldiploms. Bis jetzt habe ich es noch nicht bereut, mich dafür entschieden zu haben und kann nur jeden von euch dazu ermutigen diese Angebot der TU Dresden zu nutzen!
Ich hoffe euch mit dem folgenden Fragenkatalog einen Einblick in das Studentenleben an der ESTP geben zu können. Bei weiteren Fragen oder Unklarheiten meldet euch einfach bei mir (Julia-Uhlig@web.de), ich versuche euch dann so gut ich kann weiterzuhelfen .
Viele Grüße aus Paris,
Julia
Was verstehe ich unter dem deutsch-französischen Doppeldiplom?
Das Doppeldiplom ist ein Austauschprogramm zwischen der TU Dresden und der ESTP Paris (Ecole spécial des travaux publics, du bâtiment et de l’industrie) .
Man studiert die ersten vier Semester ganz regulär an der TU Dresden und wechselt dann an die ESTP. Hier studiert man weitere drei Semester und ist dann im 8., 9. Und 10. Semester wieder in Dresden.
Die Diplomarbeit wird im allgemeinen in Deutschland geschrieben. Es ist lediglich eine kurze Zusammenfassung auf französisch erforderlich. Im Anschluss erhält man dann beide Diplome.
Wer kann an diesem Programm teilnehmen?
Teilnehmen kann jeder. Voraussetzung sind natürlich französische Sprachkenntnisse. Man kann aber auch in Dresden noch Sprachkurse belegen, um sich vorzubereiten. Außerdem wird ein 4-wöchiger Sommersprachkurs an der ESTP angeboten.
Wie kann ich mich dafür anmelden?
Der Doppeldiplom-Beauftragte der TU Dresden ist Prof. Haller. Als erstes macht man sich (am besten per email) eine Termin zum sogenannten „Vorgespräch“ aus. Wir waren damals zu dritt bei ihm. Hier stellt man sich eigentlich nur kurz vor und er erklärt einem den Ablauf. Natürlich kann man auch all seine Fragen loswerden.
Anschließend muss man sich bis spätestens Mai bei der Deutsch-Französischen Hochschule (www.dfh-ufa.org) online einschreiben.
Wird das Doppeldiplom finanziell unterstützt?
Es gibt monatlich eine Mobilitätsbeihilfe der Deutsch-Französischen Hochschule in Höhe von 250€. Außerdem kann man in Frankreich noch Wohngeld beantragen, was nochmal knapp 100€ sind.
Was ist der Unterschied zwischen der ESTP und der TU Dresden?
Also erstes muss wohl gesagt werden, dass die ESTP keine Universität ist, sondern eine Grande Ecole (Ingenieurhochschule).
Außerdem sind die französischen Studenten insgesamt nur 3 Jahre auf dieser Schule. Zuvor absolvieren die meisten die sogenannten „Classes Préparatoires“. Das sind 2 bzw. 3 Jahre nach dem Abitur, in denen sie vorwiegend Mathe, Physik, Chemie etc. haben.
Als Dresdner Student fängt man deshalb in Paris wieder als „Ersti“ an. Das heißt zwar, dass man viele Kurse wiederholt, was aber am Anfang nicht unbedingt schlecht ist, weil man genug mit der Sprache zu tun hat.
Einige Daten zur ESTP:
- Gegründet 1891
- Private Ingenieurhochschule, aber staatlich anerkannt
- 1694 Studenten sind für das Studienjahr 2008/2009 eingeschrieben
- Außerdem studieren 285 ausländische Studenten an der ESTP
- Etwa 2400 Firmen-Partnerschaften
- www.estp.fr (Seite auch in Englisch)
Studienjahr: (am Bsp. 2008/2009)
Das Wintersemester beginnt am 04.09.2008 und endet am 24.01.2009.
Das Sommersemester beginnt am 02.02.2009 und endet am 06.06.2009.
Ferien:
Herbstferien - 1 Woche (25.10.-03.11.2008)
Weihnachtsferien – 2 Wochen (20.12.2008-05.01.2009)
Winterferien – 1 Woche (25.01.-01.02.2009)
Frühjahr – 1 Woche (12.04.-19.04)
Wiederholungsprüfungen:
Wintersemester: in der letzen Woche des darauffolgenden Sommersemesters (02.06.-06.06.2009)
Sommersemester: eine Woche vor Beginn des darauffolgenden Wintersemesters (31.08.-05.09.2009)
Vorlesungen:
Die Vorlesungen dauern im allgemeinen 3 Zeitstunden und werden in Paris gehalten. Es besteht Anwesenheitspflicht.
Übungen:
Die Übungen werden in der Regel benotet, d.h. am Anfang erklärt der Übungsleiter nochmal kurz den Vorlesungsstoff und anschließend löst man Aufgaben (ähnlich wie die Belege in Dresden). Natürlich kann man hier meistens zusammenarbeiten.
Samstagsunterricht:
Man hat (fast) jeden Samstag Vormittag Übungen bzw. Vorlesungen.
Gibt es auch Vertiefungsrichtungen an der ESTP?
An der ESTP gibt es vier Studiengänge. Travaux Publics (in etwa Tiefbau), Bâtiment (Hochbau), Topographie (Geodäsie) und Mécanique-Electricité (in etwa E-Technik). Allerdings hat man als Doppeldiplomand nur die Auswahl zwischen Travaux Publics (TP) oder Bâtiment (B). Die beiden Richtungen unterscheiden sich im ersten Jahr nicht wesentlich voneinander. In TP hat man einige Straßenbaufächer zusätzlich und bei B einige Architekturfächer, aber im Großen und Ganzen hat man die gleichen Kurse. Ich selbst mache TP.
Wie sieht der Stundenplan aus und welche Fächer kommen auf mich zu?
Das Unterrichtssystem ist auch anders als in Deutschland. Es gibt keinen festen Stundenplan, der jede Woche gleich ist, sondern er wechselt täglich. Außerdem hat man die einzelnen Fächer blockweise, was heißt man hat ein Fach zum Bsp. 4 Wochen lang, dann schreibt man eine Prüfung und die Vorlesungsreihe ist vorbei . Einige Kurse ziehen sich natürlich über das ganze Jahr.
Im ersten Jahr beginnt man mit Fächern wie:
• Informatique Générale (Informatik)
• Physique (Physik)
• Mathématiques Générales (allgemeine Mathematik)
• Probabilité (Wahrscheinlichkeitsrechnung)
• Statistique Appliquées (angewandte Statistik)
• Aménagement et Environnement (Umwelt und Raumplanung)
• Géologie (Geologie)
• Matériaux de Construction (Baustoffe)
• C.A.O. (Bauzeichnen mit autocad)
• Dessin de projets d’ouvrages (Bauzeichnen mit Tusche)
• Anglais (Englisch)
• Législation Sociale (Sozial- bzw. Arbeitsrecht)
• Notions Juridiques (juristische Grundlagen)
• Français Langue Etrangère (Französisch als Fremdsprache)

Wo befindet sich der Campus der ESTP?
Die ESTP besteht aus zwei Teilen.
Es gibt ein Hauptgebäude direkt in Paris (2 Querstraßen neben der Notre-Dame), wo sich die gesamte Schulleitung befindet. Außerdem befinden sich hier auch einige Hörsäle, das Büro des Fachschaftsrates ( „Bloc“) und einiger anderer studentischer Organisationen.
Der Campus befindet sich in Cachan - einem Vorort von Paris. Hier befinden sich einige Hörsäle, sowie alle Labore, Computerräume, eine Turnhalle, die Bibliothek und Wohnheime.
Im allgemeinen hat man am Vormittag in Paris und am Nachmittag in Cachan Vorlesung bzw. Übung. Beide Teile sind innerhalb von 15 Minuten mit der RER B (Regional-Bahn) ohne Umsteigen zu erreichen.
Welche Vorteile bietet mir die ESTP für mein zukünftiges Berufsleben?
Die ESTP ist eine der angesehensten Ingenieurhochschulen Frankreichs und hat eine ganze Reihe von Firmenkontakten. Darunter ist zum Beispiel der Vinci Konzern (Eurovia etc.).
Diese Firmen sind sehr interessiert an den Absolventen, insbesondere an den ausländischen Studenten. Es gibt fast monatlich „Firmenabende“ wo einzelne Firmen die Studenten einladen, sich vorstellen und schon Kontakte knüpfen möchten.
Da alle Studenten der ESTP (auch die Doppeldiplomanden) ein 14-wöchiges Praktikum absolvieren müssen ( allerdings nicht auf der Baustelle, sondern im Baubüro), kann man bei solchen Abenden sehr leicht Praktikumspartner finden.
Ich selbst war schon auf einigen solcher Veranstaltungen, u.a. von Vinci, und man kann wirklich sagen dass die Firmen einem „hinterherrennen“ .
Es wird nicht umsonst gesagt, dass ca. 60% aller ESTP-Absolventen ihren Arbeitsvertrag noch vor der Diplomprüfung unterschreiben.
Was hat das Studentenleben an der ESTP „zu bieten“?
Im Vergleich zur TU Dresden ist die ESTP eine winzige Hochschule. Es gibt etwa 1500 Studenten. Dadurch ist alles viel „familiärer“ als in Dresden.
Jeder Ersti bekommt am Anfang des Jahres einen „Parrain“ (Paten) zugeordnet, der einem dann etwas Starthilfe geben kann und seine kompletten Aufzeichnungen (Mitschriften, alte Klausuren und Belege etc.) aushändigt.
Außerdem gibt es eine Reihe von „studentischen Vereinigungen“ (les associations) an der ESTP. Dies sind vorwiegend Sportclubs (Ski, Segeln, Fußball, Rugby, Handball, Volleyball, Badminton, Tanz etc.), aber auch eine Theater-AG, eine Tanz-/Musical-AG, diverse gemeinnützige Vereine, die zum Bsp. Auslandspraktika in Afrika organisieren und das Jahr über Geld sammeln um dann vor Ort Wasserpumpanlagen, Frauenhäuser, Schulen etc. zu bauen.
Kurz um, man hat an der ESTP eine riesiges Angebot an Freizeitmöglichkeiten. Es werden auch viele Ausflüge organisiert. Zum Beispiel im Oktober ein einwöchiger Segeltörn mit dem Segelclub oder im Januar eine Skiwoche vom Skiclub.
Außerdem gibt es in Cachan und in Paris je einen Studentenclub.
Wie finde ich eine Unterkunft in Paris?
Wohnen in Paris ist teuer!
Ich selbst wohne im Studentenwohnheim der ESTP in Cachan direkt auf dem Campus. Es gibt mehrere Gebäude die von Studenten genutzt werden und es wird zwischen Männern und Frauen getrennt. Die Zimmer sind zwischen 10m² und 12m² groß. Duschen und Toiletten befinden sich auf den Gängen. Allerdings gibt es keine Küchen in den Wohnheimen, jedoch haben fast alle Studenten Kühlschränke und Kochplatten auf den Zimmern. Es ist zwar am Anfang etwas ungewohnt, aber man gewöhnt sich schnell daran. Der Vorteil hier zu wohnen ist, dass man sehr schnell Kontakte zu den französischen Studenten knüpfen kann und es nicht weit zur Uni hat. Außerdem hat man kostenlosen Zugang zum Uni-W-Lan und ein Waschraum mit 3 Waschmaschinen und 2 Wäschetrockner befindet sich auf dem Gelände. Zur RER-Station sind es 5 Gehminuten und zum Supermarkt braucht man auch etwa 5 Minuten.
Ich bezahle pro Monat 450 Euro, jedoch wird die Miete in 2 Raten bezahlt. Beim Einzug zahlt man ca. 1400 Euro und bis Mitte Dezember muss man die restlichen 2300 Euro bezahlen.
Natürlich kann man sich auch privat eine Unterkunft in Paris suchen, was allerdings nicht ganz einfach ist, zumal die Prüfungszeit in Dresden sehr spät endet und man dadurch nicht viel Zeit hat. Ein Studio (Miniappartement) in der Innenstadt kostet ab ca. 600 Euro aufwärts.
Das Problem bei der privaten Wohnungssuche ist, dass man bei den meisten Mietverträgen ein französisches Konto vorweisen muss. Dieses kann man wiederrum nur eröffnen, wenn man nachweisen kann, dass man in Paris wohnt.
Wie kann ich mich in Paris am besten fortbewegen?
Am besten man nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel. Im Zentrum gibt es ein dichtes Metronetz und außerdem kommt man mit den Bus- und RER-Linien schnell in die Vororte und zu den Flughäfen.
Ein Jahresticket für Studenten (Imagine R) kostet 404 Euro. Wobei alle Studenten mit Wohnsitz in Cachan die Hälfte zurück erstattet bekommen. Die Kosten übernimmt die Gemeinde Cachan.
Autofahren in Paris ist natürlich auch möglich, aber nicht unbedingt empfehlenswert. Auf dem Campus in Cachan gibt es zwar einen Parkplatz, im Zentrum sieht das allerdings sehr schlecht aus. Außerdem ist Paris für seine „außergewöhnlichen“ Autofahrer bekannt.
(sehr passendes Zitat aus meinem Reiseführer:
„Wie kaum eine Hauptstadt scheint Paris im Verkehrschaos zu versinken. Neben dem besonderen, für Touristen meist gewöhnungsbedürftigen Fahrstil, bei dem das Recht des Stärkeren gilt, sind Megastaus, an denen selbst die Pariser manchmal verzweifeln, an der Tagesordnung“ )

Natürlich kann man auch das Fahrrad benutzen, allerdings ist auch dies relativ gefährlich. Es gibt zwar Fahrradwege, doch sind diese sehr oft von Autos zugeparkt. Außerdem sind die Wege doch wesentlich weiter als in Dresden.

Vorstellung und erster Einblick 

June 1st, 2008

Hallo!!!

Ich absolviere momentan ein Praktikum in Salalah (Oman). Wir realiseiren hier eine Dichtwand auf 50 000 m². Das besondere hier ist, dass wir kein Bentonit als Stützung benutzen. Diese Dichtwand ist das Herzstück eines Dammes, der hier auf 6 km errrichtet wird.

Die Problemstellung hier ist der sehr harte Boden. Deshalb wird mit einem BG 25 in einem Betimmten Raster vorgebohrt.

Der normale Ablauf sieht so aus, dass zu erst das Bohrgeraet vorbohrt. Danach kommt ein speziell umgebauter “Liebherr Langarmbagger” hinterher. Den Rest muss nun der Greifer, Typ Leffer, mit einem Eigengewicht von 20 Tonnen und einer Schliesskraft von 180 Tonnen bewältigen. Dazu steht ihm noch ein Service Kran, mit einem 16 Tonnen Freifallmeissel ( dieser Meissel wurde extra auf der Baustelle zusammengestellt) zur Verfügung.

Meine Aufgabben sind hier die Beton Proben zu ueberwachen. (wenn man das Beton ueberhaupt nennen darf ( 90 kg Zement, 20 kg Bentonit, rund 1600 kg Zuschlag und 344 kg Wasser).
Dabei mach ich in einem Extra auf der Baustelle aufgebautem Labor Druck-, Wasserdurchlaessigkeits und E-Mudul Versuche.

Wenn ihr noch mehr Fragen zu diesem Projekt habt schreibt mir einfach.

Praktikumsblog 

May 26th, 2008

Ab sofort findet ihr hier einen kleinen Blog unserer Studenten die sich im Praktikum befinden und euch etwas daran teilhaben lassen wollen.

Falls du ebenfalls gerade ein Praktium absolvierst, und etwas schreiben möchtest, setz dich doch bitte über unser Kontaktformular mit uns in Verbindung.

Allen anderen: Viel Spaß beim lesen der (hoffentlich) vielen Erfahrungsberichten.

Mfg euer FSR



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